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Farbe

Werte kommen aus Tokens, nie aus der Hand

Geltung
universal · web, react-native

Warum

Ein von Hand gesetzter Wert hängt nicht am System. Er ändert sich nicht mit, wenn das System sich ändert, und er lässt sich nicht finden, weil niemand weiß, dass es ihn gibt. Nach einem halben Jahr stehen im Repo drei Grautöne, die alle „das Grau der Kante" sein sollen, und keiner davon stimmt mit dem Token überein.

Bei Farben kommt der zweite Modus dazu. Ein Hex-Wert kennt nur eine Erscheinung. Der Nutzer, der auf Hell umschaltet, bekommt ihn unverändert, und an genau dieser Stelle passt die Ansicht nicht mehr.

Deshalb ist der Token-Export der Ausgangspunkt. Die Ansicht übernimmt ihn und baut ihn nicht ungefähr nach. Wer feinjustieren will, justiert im Generator und exportiert neu.

Woran Du den Verstoß erkennst

Wo die Grenze verläuft

Erlaubt sind feste Werte in diesen Fällen:

Bereich Warum
Marketing- und Landing-Seiten mit eigener Haut Nicht Teil des Anwendungs-Token-Systems
Canvas-Partikel, Konfetti, reine Illustration Dekorativ, kein Bedien-Element
Farben in Backend- oder Typ-Metadaten Steuern keine Oberfläche
Notfall-Werte in der Chart-Brücke Nur für den Fall, dass CSS noch nicht geladen ist

Alles andere geht über Tokens.

Zwei Sorten Token, und eine dritte

Neben den rohen Werten (Primitives) und der Bedeutung (Semantics) gibt es eine dritte Sorte: Material. Sie sagt, woraus eine Fläche gemacht ist, etwa gebürstetes Metall, Licht von hinten oder Körnung.

Die Erkennungsregel: Lässt sich das Token mit „das heißt Gefahr, Erfolg, inaktiv" beschreiben, ist es semantisch. Lässt es sich nur mit „so sieht die Oberfläche aus" beschreiben, ist es Material.

Material trägt keinen Zustand. Ein Panel ist in jedem Zustand aus demselben Material, nur das Licht dahinter wechselt die Farbe. Material wird auch nicht nach Bauteil benannt. Sobald ein zweites Bauteil dasselbe Material nutzt, stimmt der Name nicht mehr.

Auch Durchsichtigkeit ist Material. Ein System darf mit Glas, Schleier und Weichzeichner arbeiten, das ist eine gestalterische Entscheidung wie jede andere. Sie wird dann aber als Material benannt und für jede Erscheinung definiert, in der sie vorkommt. Nicht erlaubt ist eine Deckkraft, die an einer einzelnen Stelle gesetzt wird, weil die Fläche dort gerade zu hell war. Das ist eine Korrektur im Vorbeigehen und keine Materialentscheidung. Sie hinterlässt eine Stufe, die im System keinen Namen hat.

Wer durchsichtig baut, muss zusätzlich auf den Kontrast achten. Der Kontrast von Text auf so einer Fläche hängt davon ab, was zufällig darunter liegt. Er muss trotzdem in jedem Fall reichen, üblicherweise über eine gedeckte Grundschicht unter dem Glas.

Grenzen

Ein Wert, den es im System noch nicht gibt, kommt als neue Stufe in die Skala. Er wird nicht direkt in der Ansicht gesetzt. Der Ausgleichswert 14 aus Senkrechtes Padding wird optisch ausgeglichen ist so ein Fall.

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